Umweltsünder im Naturpark – Ein Erfahrungsbericht

Im Rahmen meiner Tätigkeit als Bewahrer der natürlichen Umgebung im „Regionalen Naturpark Pyrénées Ariégeoises“ habe ich schon so manche Umweltsünde erleben müssen. Es kann wirklich erschreckend sein, wie sich manche Menschen im Wald verhalten.

Weggeworfene Zigarettenstummel, Taschentücher und leere PET-Flaschen am Wegesrand sind leider schon die Regel und können mich nicht mehr schocken. Durch gewissenhafte Parkpfleger kann dieser Müll meistens wieder entfernt werden. Die Kosten gehen zu Lasten der Allgemeinheit, und damit indirekt auch wieder zu Lasten des Umweltsünders.

Solche Schäden sind damit mehr oder weniger reversibel. Aber manch einer verhält sich dermaßen unverantwortungsvoll, dass man sich nur noch an den Kopf fassen kann:

Der Grillmeister

Eine Gruppe von jungen Leuten hatte sich entschieden eine kleine (eher große) Grillfeier in Mitten des Naturschutzgebietes zu veranstalten. Schlimm genug, aber es war auch mitten im Monat August, bei Tagestemperaturen von über 30°Celsius und wochenlanger Trockenheit. Klar, dass das Unterholz hier in Südfrankreich dann reichlich trocken ist und brennt wie Zunder.

Wohin das führen kann, sieht man ja regelmäßig in den USA, wo riesige Waldbrände durch Zigarettenstummel usw. ausgelöst werden. Der Wald verfügt über eine erstaunliche Robustheit und kann sich gut regenerieren. Aber verbrannte Bäume sind erst einmal tot und der „Urwaldcharakter“ kann leider auf immer verloren gehen. Außerdem stellen Waldbrände eine große Gefahr für die Menschen und Tiere dar, denn bei trockener Umgebung breiten sich die Flammen rasend schnell aus.

Der Abenteurer

Mehrfach schon habe ich Abenteurer im Wald angetroffen, die sich respektlos gegenüber der Natur verhalten haben. Sie spielen dabei den Überlebenskampf in der Wildnis nach und nehmen keine Rücksicht auf die bleiben Schäden, die sie in der Natur hinterlassen. Einer hatte ein großes Bowie Messer (das ist eine Art Kampfmesser (siehe hier)) dabei, und er hat damit den halben Wald abgeholzt, um sich eine Hütte zu bauen. Definitiv nicht zu empfehlen, obwohl ich selbst auch immer ein großes Arbeitsmesser bei mir führe.

Die Teppichwäscher

Zwei Männer mittleren Alters haben ihre Teppichreinigung einfach im Flussbett durchgeführt. Dabei hätten sie auch im Internet recherchieren können, wie man eine Teppichreinigung fachgerecht und professionell in Auftrag geben kann. Stattdessen wurde der Teppich mit viel Einsatz von Waschmitteln im Fluss gewaschen. Welchen schädlichen Einfluss die Phosphate auf die Gewässer haben, sollte mittlerweile bekannt sein. Absolut unverantwortlich!

Das Endlager

Zu guter Letzt noch die Wohnungseinrichtung, die wir einmal gefunden haben. Ich übertreibe sicherlich nicht, wenn ich sage, dass jemand sein komplettes Wohnzimmer entsorgt hat. Elektroartikel und Küchengeräte inklusive. Fraglich ist, weshalb der Mann oder die Frau nicht einfach den Sperrmüll bestellt hat. Dann wird einem der Müll doch direkt von der Haustür abgeholt, statt dass man ihn selber in das nächste Waldstück fahren muss. Sehr komisch alles.

Wenn Du also auch mit dem Gedanken spielst, deinen Teppich im heimischen Fluss statt deine Flecken beim Fachmann entfernen zu lassen, hinterlasse doch einen Kommentar und ich treibe dir diese Flusen wieder aus!

Bleibt sauber, eure Anne!

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